Selbstwickler Watte für E-Zigaretten

selbstwickler watte im testWer selber Wickelt spart sich die deutlich höheren Kosten für vorgefertigte Verdampferköpfe und hat die Wahl, aus welchem Material er seine Dochte fertigt. Der Docht befördert bei einer E-Zigarette das Liquid zu der Wicklung (dem Coil), an der es erwärmt und verdampft wird. Es gibt verschiedene Materialien, die sich für die Herstellung von Dochten eignen. Die bekanntesten sind Glasfaser, Silikatschnur, Edelstahlsieb (ESS) und Watte. Für die elektronische Zigarette hat sich in kürzester Zeit ein lukrativer Markt entwickelt. So gibt es schon seit einiger Zeit Baumwollwatte, die speziell für die Bedürfnisse von Dampfern entwickelt wurde und auch so vermarktet wird.

VAPEPOINT wollte wissen, ob sich der deutlich höhere Anschaffungspreis dieser speziellen Watte lohnt oder ob das alles nur Augenwischerei ist und man getrost die Watte aus dem Drogeriemarkt um die Ecke zum herstellen der Dochte verwenden kann.

Unser kleiner Test entspricht keinen Standards und ist viel mehr ein persönlicher Vergleichstest aus reiner Neugierde, zu dem es ein Fazit geben wird, aus dem aber letztendlich jeder für sich seine eigenen Schlüsse ziehen muss.

Wir haben uns drei Produkte besorgt und diese auf Verarbeitungseigenschaften, Liquid-Transportfähigkeit, Entflammbarkeit und Geschmack getestet.




Die drei von uns getesteten Baumwollwatten

Wo ihr Watte zum selber Wickeln kaufen könnt

  • Unseren Favouriten Cotton Bacon von WICK N‘ VAPE gibt es für rund 7 Euro (großes Päckchen) hier bei eBay.
  • Eine große Packung japanischer Watte gibt es auch für ungefähr 5 Euro bei eBay.
  • Organic Cotton, der in etwa unserer Watsons Watte entspricht, gibt es z.B. hier bei Amazon.

1. Watsons Unbleached Cotton Puffs – Die günstige Watte aus dem Drogeriemarkt.

watsons watteWatsons ist ein thailändischer Drogeriekonzern, ähnlich der Deutschen Ketten Müller oder dm.

Möchte man mit Watte aus dem Drogeriemarkt Dampfen, sollte man unbedingt darauf Achten, dass es sich auch wirklich um Baumwollwatte handelt. Bitte keine Viskose zum Dampfen verwenden! Viskose wird auch als Zellwolle bezeichnet, wird in einem chemischen Verfahren hergestellt (mit Chemikalien gekocht) und beinhaltet viele Zusatzmittel. Die Watte sollte möglichst natürlich (biologisch) und nicht chemisch behandelt (oder gebleicht) worden sein. Watsons verspricht, dass die von uns verwendeten Wattepads aus zu 100% natürlicher Baumwolle bestehen, nicht gebleicht sind und auch sonst nicht chemisch behandelt wurden.

Wir haben das Päckchen Watsons Unbleached Cotton Pufs, welches 80 Wattepads in den Abmessungen 5cm x 6cm beinhaltet, für 120 THB erworben. Das sind umgerechnet etwas mehr als drei Euro.

Die von uns getesteten Watsons Cotton Puffs dürften mit denen vergleichbar sein, die wir hier bei Amazon gefunden haben. Es handelt sich dabei auch um biologische Wattepads, die mit derzeit rund 60 positiven Bewertungen (größtenteils von Dampfern) bestimmt einen Versuch wert sind.

2. Chaddo’s – Made in Japan 3252 – Cotton

chaddos watteJapanische Watte erfreut sich großer Beliebtheit bei den Selbstwicklern. Bekanntestes Beispiel dürfte die Muji Watte sein. Japanische Watte soll den Geschmack der E-Liquids besonders gut wiedergeben (keinen Eigengeschmack) und durch besonders lange und gleichmäßige Fasern das Liquid besser transportieren als herkömmliche Wattepads, wodurch einem kokeln entgegengewirkt wird.

Wie dem auch sei. Wir haben 5 Pads Chaddo’s Watte für 350 THB gekauft, was in etwa 10 Euro entspricht. Wir sind gespannt, ob sich dieser sehr hohe Preisunterschied rechtfertigen wird.

3. Cotton Bacon von WICK N‘ VAPE – Die amerikanische Watte

wick n vape cotton baconDie „Cotton Bacon“ Watte unterscheidet sich rein äußerlich deutlich von den anderen beiden Kandidaten. In dem Päckchen befinden sich 10 längliche Wattestücke (Bacons), mit denen man laut Herstellerangaben 40 Wicklungen anfertigen können soll. Wir gehen davon aus, dass es deutlich mehr sein werden. Der amerikanische Hersteller lässt sich ein Päckchen dieser edlen Watte mit rund 12 Euro bezahlen. KLEINES UPDATE! Wir haben in Bangkok 12 Euro für ein Päckchen bezahlt. Bei eBay bekommt ihr Cotton Bacon für nur 7 Euro.

Der Gewinner in der Preiskategorie steht damit eindeutig fest. Ob der enorme Preisunterschied von der Watte aus dem Drogeriemarkt zu der speziell für das Dampfen angebotenen Selbstwickler Watte gerechtfertigt ist, versuchen wir durch ein paar Tests rauszufinden.

Verarbeitungseigenschaften – Wie gut lässt sich die Watte verarbeiten und in die gewünschte Form bringen?

biologische watte test

Im Hintergrund COTTON BACON von WICK’N VAPE, in der Mitte Chaddo’s Cotton und vorne die leicht bräunliche Watte von Watsons.

Die japanischen Chaddo’s Wattepads und die Watson Pads unterscheiden sich auf den ersten Blick kaum. Schaut man genauer hin, so fällt auf, dass die Watson Watte eine leicht bräunliche Färbung aufweist, was den Eindruck von Natürlichkeit erweckt. Die Watson Pads sind etwas dicker, ansonsten aber in etwa von den gleichen Abmessungen, wie die japanischen Wattepads. Die beiden äußeren Schichten der Watson Pads sind etwas fester, lassen sich aber leicht abziehen. Hat man diese entfernt, so fallen die Unterschiede in Haptik und Optik geringer aus. Von der Verarbeitung her sind sie identisch. Mit einer Schere schneidet man einen Streifen in der gewünschten Breite runter, zwirbelt ein Ende etwas und führt die Watte durch den Coil in die gewünschte Position.

Watsons Cotton: Gezwirbelter mittlerer Teil und die beiden äußeren Schichten.

Watsons Cotton: Gezwirbelter mittlerer Teil und die beiden äußeren Schichten.

Der Cotton Bacon von WICK’N VAPE unterscheidet sich deutlich von den Pads der anderen beiden Hersteller. Die Watte weist eine komplett andere Form auf. Es sind längliche Streifen. Davon kann man sehr leicht etwas Watte entnehmen und diese durch leichtes Drehen zwischen den Fingern in die Gewünschte Form bringen. Die Watte von WICK N‘ VAPE fasst sich auch anders an. Es ist eine sehr weiche und fluffige Watte. Die Verarbeitung ist etwas gewöhnungsbedürftig, so muss man ein paar Wicklungen anfertigen, bis man dem Päckchen auf Anhieb die richtige Menge Watte entnimmt.

Hier gibt es keinen eindeutigen Sieger. Alle drei Kandidaten lassen sich mit etwas Übung sehr leicht zu Dochten formen. Für die Wattepads ist eine Schere vorteilhaft. Außerdem empfiehlt es sich bei den Watson Pads die äußeren Schichten zu entfernen, da diese sehr hart gepresst sind, wodurch das Liquid nicht so leicht aufgenommen werden kann.

Kapillarität – Wie gut nimmt die Watte das E-Liquid auf und leitet dieses weiter?

watte kapillareigenschaft

Von links nach rechts: Watsons, WICK’N VAPE, Chaddo’s

Um ein trockenes Befeuern des Dochtes zu verhindern, ist es wichtig, dass der Docht eines Verdampfers das E-Liquid möglichst schnell aufnimmt und zu dem Coil (der Wicklung) befördert. Würde man den Docht trocken aufheizen, so hätte das zur Folge, dass dieser verbrannt wird. Das verbrennen des Dochtmaterials wird auch Kokeln oder Dry Hit genannt. Dabei entsteht ein sehr unangenehmer Geschmack, den man unbedingt verhindern sollte. Man kann sich vorstellen, dass dabei sehr ungesunde chemische Verbindungen entstehen, die niemand inhalieren will.

Solltet ihr mal einen Dry Hit haben, etwa weil euch das E-Liquid ausgegangen ist, ohne dass ihr es bemerkt habt, dann könnt ihr versuchen den Docht mit mehr Liquid zu benetzen und weiter zu verwenden. Solltet ihr einen sehr heftigen Dry Hit provoziert haben, dann wechselt ihr das Dochtmaterial besser aus.

Watte ist da generell etwas empfindlicher als Fasern wie Silikatschnur oder Glasfaser, da Baumwolle leichter entflammbar ist.

Wir haben versucht mit einem kleinen Versuchsaufbau unterschiede bei den getesteten Watten festzustellen. Dazu haben wir Dochte geformt, und die Enden der Dochte nebeneinander in E-Liquid getaucht. Erst machte es den Anschein, dass hier die günstige Watte vom Drogeriemarkt die Nase vorn hat. Die Watson Watte hat das Liquid am schnellsten auf ein gewisses Level nach oben befördert. Im Nachhinein betrachtet wird das an den äußeren, härter gepressten Schichten gelegen haben. So war die Watte oben nicht komplett durchtränkt. Innerhalb von einer Stunde haben sich die Liquidstände ausgeglichen. Daran hat sich auch nach vier weiteren Stunden nichts geändert. Bei der Demontage des Versuchsaufbaus machte es den Eindruck, als hätte Cotton Bacon von WICK N‘ VAPE das meiste Liquid aufgenommen. Deutlich weniger Liquid fand sich in den Wattepads. Beim Dampftest im direkten Vergleich hat sich das auch noch mal bestätigt.

Dampftest – Einhundert Züge aus dem Identischen Verdampfer mit identischer Wicklung. Dabei auch Beurteilung des Geschmacks.

Für diesen Test haben wir auf unserem Flash-e-Vapor eine Microcoil Wicklung mit 1,28 Ohm (10 Windungen mit 0,40er Kanthal Draht) angebracht. Betrieben haben wir den Flashi für diesen Test auf dem SMOK X-Pro M65 bei 15 Watt. Für das E-Liquid fiel die Wahl auf NANA BANANA von VaporShark.

Mit jeder Watte haben wir auf diesem Setup in möglichst regelmäßigen Abständen 100 kräftige Züge genommen. Jeweils nach 5 Zügen in Folge haben wir uns und dem Material eine kurze Pause gegönnt.

Mit der Watte von Watson hat der Dampf überraschend gut geschmeckt. Man schmeckt nicht, dass man gerade eine günstige Watte aus dem Drogeriemarkt dampft. Die Watte entwickelt keinen Eigengeschmack, wodurch der dampf des E-Liquids sehr gut zur Geltung kommt. Nach 25, 50 und 58 Zügen konnten wir spüren, dass wir kurz vor einem Dry Hit sind. Es war aber so, dass sich diese rechtzeitig angekündigt haben, wodurch wir nach einer kurzen Pause ohne deutliche Geschmacksveränderung wieder an dem Flashi ziehen konnten.

Als nächstes war die japanische Watte an der Reihe. Mit der Chaddo’s Watte konnten wir unseren Test ohne Zwangsunterbrechung durchziehen. Vom Geschmack her konnten wir keinen Unterschied zu der Watson Watte ausmachen. Nach den 100 Zügen war die japanische Watte aber ein kleines bisschen feuchter, als die Watte aus dem Drogeriemarkt.

Die letzte Watte im Test war der Cotton Bacon von WICK’N VAPE. Die teuerste Watte im Test hat uns mit deutlich mehr Dampf überrascht. Damit hätten wir nicht gerechnet, aber der Dampf war deutlich dichter. Auch der Geschmack kommt uns etwas intensiver vor. Beim entfernen der Watte nach 100 Zügen aus dem Flash-e-Vapor hat sich dann gezeigt, dass diese viel mehr Liquid aufgenommen hatte, als es bei den zuvor gedampften Wattepads der Fall war. Diese Watte bringt deutlich mehr E-Liquid an den Coil, wodurch dieser mehr Liquid verdampft, was auch etwas mehr Geschmack zur Folge hat.

selbstwickelwatte im test

Von links nach rechts: Watsons Wattepad (relativ trocken), japanische Chaddo’s Watte und WICK’N VAPE Cotton Bacon (sehr mit Liquid durchtränkt).

Nach den 100 Zügen haben wir die Dochte kontrolliert. Bis auf die Tatsache, dass der Watson Docht etwas trockener als der Chaddo’s Docht war, und dass der WICK’N VAPE Docht um Welten feuchter war, gab es keine Unterschiede. Keiner der Dochte war (etwa durch Verbrennung) verfärbt.

Entflammbarkeit der Watte – Gibt es unterschiede bei den Flammpunkten der unterschiedlichen Wattesorten?

Dieser Test war nicht wirklich aussagekräftig. Wir wollten eben auch mal trockene Watte mit dem Flashi anzünden. Wir dachten, dass wir hier unterschiede etwa in der Zeit oder dem Verhalten beim Abbrennen ausmachen könnten. Jeder der drei trockenen Wattestreifen hat nach ziemlich genau 5 Sekunden zu brennen angefangen. Die Flamme sah bei allen drei Kandidaten normal aus. Keine blauen Verfärbungen. Es hat auch nicht unangenehm gerochen, wie man es etwa von Kunststoff erwarten würde.

Fazit unseres kleinen Experimentes:

Richtig schlecht hat keine der getesteten Watten abgeschnitten. Alle waren geschmacksneutral, so dass das Liquid seinen Geschmack voll entfalten konnte. Wir hatten keinen richtigen Dry Hit. Die Watson Watte war zwischendurch kurz davor, hat das aber durch eine nicht unangenehme Geschmacksveränderung angedeutet. Die Chaddo’s Watte hat keine schwächen aber auch keine besonderen Stärken. Cotton Bacon von WICK’N VAPE ist die beste Watte, die wir jemals dampfen durften. Mit dieser Watte reißt der Liquidfluss garantiert niemals ab.

Wir denken dass eine Kombination aus zwei Watten die beste Lösung ist. Eine günstige Watte aus dem Drogeriemarkt oder direkt von hier. Für ein paar Euro hat man ein Päckchen Watte, welches einem locker die nächsten Jahre langt. Zum ausprobieren und für den Alltag ist so eine Watte völlig ausreichend. Für ganz besondere E-Liquids und seinen liebsten Selbstwickelverdampfer kann man sich ja auch mal ein Päckchen Bacon gönnen. Das hält auch für viele Wicklungen. Wem die 7 Euro nicht jucken, der kann sich auch alle paar Wochen ein Päckchen Bacon kaufen und fährt immernoch günstiger als mit Fertig-Verdampferköpfen.

One Comment

  1. Warum nicht direkt von DM oder Rossmann?
    Erst einmal vielen Dank für Eure Mühe. Ich will noch anmerken, dass ich 100% Baumwollwatte, sauerstoffgebleicht (ist auch wichtig) vom DM Markt benutze. Um eine bessere Kapillarwirkung zu erzielen, quelle ich die Watte nach dem Kauf erst einmal auf, indem ich sie mit abgekochtem Wasser spüle. Dann trocknen.
    Ich schneide mir dann die Watte in etwa 5 cm breite Streifen und hebe eine möglichst dünne Schicht ab, idealer Weise bekommt man aus einem Streifen dann 3 hauchdünne. Diese rolle ich dann beim Wickeln in Längsrichtung auf.
    Ist mehr Arbeit, aber diese Art zu Wickeln ist geschmacklich besser, nimmt schneller Liquid auf, speichert mehr Liquidv- Cloud-Chasing Trick eben, kommt aber auch in einem Mini Verdampfer sehr gut.
    LG,
    SMut

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.